Die Spielregeln

Das Basisspiel

Vorbereitung

Alle 60 Karten werden gleichmäßig an die Spieler verteilt. Jeder mischt seine Karten und legt sie verdeckt als Stapel vor sich hin. Die obersten drei Karten werden auf die Hand genommen.

Ziel und Spielende

Hat ein Spieler alle seine Karten gespielt - sein Stapel ist weg und er hält keine Karten mehr in der Hand - wird die Runde noch zu Ende gespielt. Der Spieler mit den meisten Punkten ist Sieger. (Für jede erbeutete Karte: +1 Punkt; für jede nicht gelegte Karte: -2 Punkte)

Karten legen

Der erste Spieler startet mit einer Karte seiner Wahl. Jede Runde muss mind. eine Karte an eine bereits liegende Karte angelegt werden. Es wird reihum gespielt. Alle Kanten, die sich berühren, müssen zueinander passen. Entweder müssen beide Kanten frei sein oder aber es ist „Katholische Landjugend“ bzw. „Wir bewegen das Land“ zu lesen. Stößt die gelegte Karte an mehrere Kanten, darf der Spieler eine weitere Karte legen. Gelingen ihm erneut zwei oder mehr Kanten, kann er auch die Dritte legen. Zum Abschluss des Zuges zieht man von seinem Stapel so viele Karten nach wie man gelegt hat, damit man wieder drei auf der Hand hält. Das Anlegen der
Karten ist nur bis max. 5 aneinanderliegende Karten erlaubt. Verschwindet eine Reihe (siehe „Karten sammeln“) kann eine neue Reihe eröffnen werden. Das Spielfeld ist maximal 5x5 Karten groß.

Karten sammeln

Der Spieler darf beim Legen der dritten Karte in der fünften Reihe - egal ob senkrecht oder waagerecht - die Karten der gegenüberliegenden Reihe an sich nehmen (die Reihe verschwindet). Die Karten werden an die Seite gelegt.

Sonderfall

Ein Spieler findet für keine seiner drei Karten einen Platz auf dem Plan, so darf er eine Karte unter seinen Nachziehstapel legen und sich die Oberste vom Stapel nehmen. Sein Zug ist damit beendet.

Beispiel 1 - Karten legen

Ein Spieler bringt eine Karte in die Position C3. Da diese Karte an drei andere stößt, darf er noch eine legen. Er legt D3. Auch diese hat mehr als einen Nachbarn und er darf auch die dritte Karte spielen. Da er drei Karten gelegt hat,  zieht er nun drei von seinem Stapel.

Beispiel 2 - Karten sammeln

Legt ein Spieler auf E2 oder E3, bekommt er die beiden Karten aus Reihe A. Legt ein Spieler auf A4, so bekommt er die zwei Karten aus Reihe E. Legt ein Spieler auf A1, so hat er in zwei Reihen (A und 1) die dritte Karte gelegt. Er bekommt die Reihen E und 5. Auch D1 erfüllt die Bedingung „Dritte Karte in einer fünften Reihe“. Es gibt die drei Karten aus Reihe 5. Dass E4 dann alleine liegt stört nicht.

Knallharte Fakten - Spielvariation Pink

Spielablauf

Ergänzend zu dem Basisspiel habt ihr hier die Möglichkeit Extrapunkte zu sammeln und Wissenswertes über die Landwirtschaft zu lernen. Es funktioniert wie beim Memory - es müssen immer zwei Paare gefunden werden. Auf jeder Fakten-Karte befindet sich ein Anfang und ein Ende eines Faktes. Ziel ist es nun Anfang und Ende zu finden und durch gleichzeitiges Klatschen mit der rechten und der linken Hand auf die beiden zusammenhängenden Karten auf das Paar aufmerksam zu machen. Für ein richtiges Paar gibt es zwei Extrapunkte. Bei einem Fehler gibt es einen Minuspunkt. Notiert euch die Punkte auf einem Zettel. Die Extra- und Minuspunkte werden bei der Auswertung am Ende des Spieles berücksichtigt.

Gewagte Thesen - Spielvariation Blau

Spielablauf

Wenn ihr gerne mehr über die Landwirtschaft in Hinblick auf Ethik und Wachstum erfahren wollt, dann ist diese Spielvariante genau das Richtige für euch. Diese Spielvariante wird parallel zum Basisspiel gespielt. Sobald eine Karte mit einer These gelegt wird, wird das Spiel für 5 Minuten unterbrochen und über die gelegte These diskutiert. Die Zeit kann nach Bedarf verlängert werden. Für eine gute Diskussion lasst alle Spieler zu Wort kommen, tauscht eure Argumente zur Verteidigung oder Widerlegung der These aus und beachtet einen fairen Umgang miteinander (nicht laut werden oder beleidigen). Sobald die Zeit abgelaufen ist wird das Spiel normal weitergespielt. Maximal drei Extrapunkte können nach Belieben für besonders gutes Argumentieren an einzelne Spieler vergeben werden. Der Vergabe der Extrapunkte sollten alle Spieler zustimmen.

Mix it - alle Spielmöglichkeiten

Alle Spielvarianten lassen sich gut kombinieren, aber auch ohne Basisspiel spielen.
Für eine umfassende inhaltliche Auseinandersetzung mit der Landwirtschaft ist es die
beste Gelegenheit alle Varianten zusammen zu spielen. Fangt für einen guten Einstieg
aber erst mit dem Basisspiel an. Die pinke Spielvariation wird ohne Basisspiel zum
„Memory“-Spiel, die blaue Spielvariation zum Anreiz für eine Diskussionsrunde.


Die Fakten

  1. Jeder Deutsche verbraucht 53 Kg Schweinefleisch im Jahr (2013).

  2. Jeder Deutsche verbraucht 57 l Frischmilch (2014).

  3. In Deutschland wurden 2013 12,3% des Endenergieverbrauchs aus Erneuerbaren Energien erzeugt (FNR Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe).

  4. Auf 21% der Ackerflächen in Deutschland werden Energiepflanzen angebaut.

  5. Bei fortschreitendem Strukturwandel gibt es im Jahr 2100 weniger als 15000 Betriebe in ganz Deutschland (heute 280000).

  6. Der Preis des Bodens ist von 2006 bis 2012 um mehr als 60% gestiegen.

  7. Der Kapitaleinsatz pro Arbeitsplatz in der Landwirtschaft ist 2,5x so hoch wie in der Industrie.

  8. Weltweit kommen auf einen Einwohner 2000m² Ackerfläche.

  9. Von der weltweit landwirtschaftlich genutzten Fläche wird 46% für direkte Lebensmittelproduktion genutzt.

  10. Die Grundausbildung zum Landwirt dauert 3 Jahre.

  11. 69% der Betriebe deutschlandweit haben keine geregelte Hofnachfolge.

  12. Die Welt lebt ca. ein halbes Jahr lang auf Kosten der nachfolgenden Generation.

  13. Die Legeleistung pro Henne und Jahr hat sich von 120 Eier (1950) auf 294 Eier (2013) erhöht.

  14. 86% Der Saisonarbeitskräfte kommen aus Polen und Rumänien.

  15. Eine Kuh produziert pro Tag 22l Milch oder 5 Päckchen Butter oder 2,5kg Schnittkäse.

  16. Die Milchleistung seit 1900 ist von 2165kg auf 7352kg gestiegen (2013).

  17. Die durchschnittliche Landwirtschaftliche Fläche beträgt 58,6ha pro Betrieb.

  18. Von allen verarbeiteten Lebensmitteln landen 1/3 im Müll.

  19. Nur 9% der Betriebsleiter auf landw. Betrieben sind Frauen.

  20. Ein Landwirt ernährt in 2012 144 Menschen (1990: 69 Menschen).

  21. Die Hektarerträge von Weizen sind seit 1900 um 500% gestiegen.

  22. Seit 2002 ist der Tierschutz im Grundgesetz verankert.

  23. Ein Masthähnchen wird 32 Tage alt.

  24. Von einem Hektar Weizen können 220.000 Brötchen produziert werden.

  25. Auch Gülle geht auf Reisen bis zu 350km weit.

  26. Von einem Euro, den der Verbraucher für Brot ausgibt verbleiben 5% für den Landwirt.

  27. Der Anteil der Nahrungsmittelausgaben an den Gesamtausgaben eines Haushalts liegt bei 15%.

  28. KLJB steht für Katholische Landjugendbewegung.

  29. Seit 1995 hat sich  der Anteil der Familienarbeitskräfte in der Landwirtschaft halbiert.

  30. Von 42,3 Mio Erwerbstätigen in Deutschland arbeiten 646000 in der Landwirtschaft / Forstwirtschaft / Fischerei.

  31. Um 1 kg Rindfleisch zu erzeugen braucht man 7kg Futter.

  32. 51% der Landwirtschaftlichen Berufsschüler kommen nicht vom Hof.

  33. Nachhaltigkeit beinhaltet Ökonomie, Ökologie und Soziales.

  34. Jederzeit zugänglich, in ausreichender Menge vorhanden, zu untersuchen und bewegen, zu  verändern und dem Erkundungsverhalten zu dienen sind Spielzeuge im Schweinestall für jedes Schwein.

  35. Für die Entstehung von 1-5cm fruchtbaren Boden braucht es 1000 Jahre.

  36. Die obersten 30cm eines Hektars Boden enthalten 35t Lebewesen.

  37. Der Erdboden speichert ca. doppelt soviel CO2 als in der Atmosphäre vorhanden.

  38. In Deutschland werden 6% der landwirtschaftlich genutzten Fläche ökologisch bewirtschaftet.

  39. Der Selbstversorgungsgrad an Nahrungsmitteln in Deutschland beträgt 92%.

  40. Die Hälfte aller Betriebe in Deutschland wirtschaftet im Nebenerwerb.


Die Thesen

Zum guten Diskutieren haben wir für euch zu jeder These eine Diskussionshilfe erstellt. Diese sollen euch beim Diskutieren unterstützen, bitte versteht es nicht als einzige wahre Lösung.

 

1. Je größer der landwirtschaftliche Betrieb desto geringer ist gesellschaftliche Akzeptanz.

In der Bevölkerung werden oft kleine Betriebe gewünscht, die vor Ort in kleinen Einheiten produzieren. Häufig wirken große Betriebe bedrohlich, mit Ihnen wird (fälschlicherweise) häufig eine weniger artgerechte Tierhaltung in Verbindung gebracht. Dadurch sinkt auch die Akzeptanz.

 

2. Eine bäuerliche, familiäre Landwirtschaft ist nur durch Gesetze zu erhalten.

Wenn eine (klein) bäuerliche Landwirtschaft gewünscht ist, müssen kleine Betriebe vom Staat unterstützt werden, da sie über die Menge keine ausreichendes Auskommen erzielen. Große Betriebe haben Größenvorteile (Economies of Scales), die vom Markt geregelt werden. Um diese zu umgehen, müssten Gesetze diese Größenvorteile egalisieren. Die aktuelle Gesetzgebung neigt jedoch häufig dazu, dass durch zu hohe Auflagen und Bürokratie kleine Betriebe aufhören.

 

3. Rücksichtsloses Wachstum macht Einsam.

Wer in seinem Ort ohne Rücksicht auf andere wächst, und auch keine Rücksicht auf soziale Bindungen nimmt, läuft Gefahr, gemieden zu werden und im Ort als Buhmann dazustehen. Dadurch erhöht sich der soziale und psychische Druck auf den Betriebsinhaber und die ganze Familie.

 

4. Biogasanlagen treiben die Pachtpreise in die Höhe

Betreiber von Biogasanlagen haben durch eine über 20 Jahre garantierte Förderung eine Planungssicherheit und können eventuell dadurch auch mit höheren Pachtpreisen kalkulieren. Jedoch gibt es auch andere Preistreiber z.B. durch Sonderkulturen, durch Gesetze in Verbindung mit Größenwachstum in der Tierhaltung und durch die Veredelung allgemein. Auch der generelle Flächenverlust (Bebauung, Versiegelung) trägt zur Preissteigerung bei.

 

5. Die Verantwortung für den Pachtpreis liegt beim (Fair-)Pächter.

Verpächter haben die Verantwortung für Ihre Flächen und können selbst entscheiden an wen sie verpachten und wie die Fläche genutzt werden soll. Es ist auch möglich, nachhaltige Kriterien in einen Pachtvertrag aufzunehmen (z.B. Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit) um so auch den Wert der Flächen zu erhalten. Auf der anderen Seite gibt es einen freien Pachtmarkt und Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Landwirte, die wachsen wollen, sind auch bereit mehr für Flächen zu bezahlen.

 

6. Betriebe, die verantwortungsvoll mit der Umwelt umgehen, sind durch den Markt benachteiligt.

Kriterien wie Bodenfruchtbarkeit, bodenschonende Arbeitsweise, Förderung der Biodiversität und des Artenschutzes wird finanziell nicht entsprechend honoriert. Dennoch kann diese Art der Bewirtschaftung langfristig Vorteile bringen. Gute Fachliche Praxis ist für jeden Landwirt verpflichtend und bereits jetzt gehen viele Betriebe verantwortlich mit der Umwelt um.

 

7. Der kleinste mitbietende Betrieb sollte den Zuschlag bei einer Verpachtung bekommen.

Dieses System eines gesetzlich geregelten Pachtmarktes gibt es in Frankreich um ein gleichmäßigeres Betriebswachstum zu erreichen und um kleinere Betriebe zu fördern. Aber solch ein System ist sehr aufwändig, erfordert eine genaue Kontrolle und bietet viel Spielraum für Korruption

 

8. Die zunehmende Konkurrenz unter Landwirten zerstört das Dorfgefüge.

Landwirte waren in früheren Zeiten häufig eine Solidargemeinschaft, die sich gegenseitig halfen und miteinander arbeiteten. Heute sind die wenigen Betriebe in den einzelnen Orten häufig Konkurrenten um Fläche und damit auch um die Fortführung der Existenz. Kooperationen unter Betrieben bieten jedoch auch Möglichkeiten Risiken zu streuen und z.B. Maschinen gemeinsam besser auszulasten.

 

9. Je weniger Bodengebunden die Landwirtschaft ist, umso rücksichtsloser gegenüber der Umwelt wird sie.

Viele Betriebe sind froh, dass sie mit anderen Betrieben kooperieren können; z.B. ein Betrieb erledigt den Ackerbau, der Andere die Tierhaltung. Ackerbaubetriebe nehmen gerne wertvollen Dünger von anderen Betrieben auf, die weniger Fläche besitzen und dadurch ihre Verpflichtungen zur Düngeverordnung erfüllen können. Ohne an Boden gebunden zu sein, fällt es leichter, rücksichtslos mit den Flächen hinsichtlich der Verwertung von Düngern umzugehen und Umweltrisiken einzugehen.

 

10. Landwirtschaft vermitteln heißt Ställe zu öffnen.

Nach dem Motto " Nur was man kennt, kann man auch verstehen", sollten Landwirte transparent mit ihrer Produktion umgehen und den Mitmenschen erklären was sie täglich machen, um wertvolle Lebensmittel zu produzieren. Tage des offenen Hofes können enorm zur Akzeptanzsteigerung der modernen Landwirtschaft beitragen. Dazu bedarf es natürlich hoher Hygienestandards und entsprechende Maßnahmen im Zusammenhang mit Hygiene müssen auch erklärt werden.

 

11. Wachstum geht auf Kosten der Natur.

Mit Wachstum geht immer auch ein erhöhter Verbrauch von Ressourcen einher. Trotzdem können diese Ressourcen (z.B. Boden, Futtermittel, Dünger, Pflanzenschutz) gerade auch von wachsenden Betrieben effizient und ressourcenschonend eingesetzt werden. Der persönliche Bezug des Betriebsleiters zum einzelnen Lebewesen und der Schöpfung allgemein kann jedoch verloren gehen.

 

12. Pflanzenschutzmittel sichern unsere Ernährung.

Durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Düngern konnten in der Landwirtschaft in den vergangenen Jahrzehnten enorme Ertragssteigerungen weltweit erreicht werden und zur Ernährungssicherung beitragen. Diese Entwicklung ging jedoch teilweise auch zu Lasten der Biodiversität und der Bodenfruchtbarkeit. Auch Langzeitfolgen von Rückständen in Lebensmitteln können noch nicht überblickt werden. Deshalb sollten Pflanzenschutzmittel immer gezielt eingesetzt werden und unter Devise: Soviel wie nötig, so wenig wie möglich!

 

13. Mit Bio kann man die Welt nicht ernähren.

Aufgrund des Verzichtes auf Mineraldünger und Pflanzenschutzmittel erreichen ökologisch wirtschaftende Betriebe häufig nicht die Erträge, die konventionell arbeitende Betriebe vorweisen. Durch organischen Dünger und alternative Techniken zum Pflanzenschutz haben jedoch auch ökologisch wirtschaftende Betriebe Möglichkeiten ihre Erträge zu steigern. Diese Techniken sind häufig aufwendiger in der Umsetzung.

 

14. Der freie Weltmarkt behindert die Ernährungssouveränität vieler Staaten.

Durch den freien Weltmarkt kommt es vor, dass schwache Märkte durch günstige Agrarimporte überschwemmt werden. Die lokalen Produktionskosten übersteigen dabei nicht selten die Kosten für den Import der Lebensmittel. Der Grund hierfür liegt häufig auch an der Subventionierung der Landwirtschaft und / oder ein Überangebot in einigen Ländern. Ein Als Gegenmaßnahme können die benachteiligten Staaten verschiedene politische Methoden anwenden um die heimische Landwirtschaft in ihrer Wettbewerbsfähigkeit zu stärken oder günstige Importe zu unterbinden.

 

15. Ernährungssouveränität geht nur über die Stärkung der Rechte der Landwirte.

Um gerade in Ländern des globalen Südens die Ernärungssouveränität zu stärken muss die lokale Landwirtschaft gestärkt werden. Dies ist nur möglich, wenn heimische Landwirte mehr Rechte bekommen und dadurch eine notwendige Wettbewerbsfähigkeit gegenüber dem Weltmarkt bekommen. Den Landwirten müssen Vertriebswege angeboten werden, über die sie ihre Produkte im heimischen Markt frei anbieten können.

 

16. Biosprit fördert Hunger.

Der Pflanzenbau zur Energiegewinnung steht in direkter Flächenkonkurrenz zur Lebensmittelproduktion. Dennoch muss sich die Produktion von Biosprit und Lebensmitteln nicht ausschließen. Insgesamt steht weltweit durchaus genug landwirtschaftliche Nutzfläche zur Verfügung um den Welthunger zu stillen und darüber hinaus auch Pflanzen zur Energiegewinnung anzubauen. Durch höhere Erträge und effizientere Produktionsmethoden kann dieses Verhältnis prinzipiell auch zukünftig eingehalten werden. Für einen vollkommenen Ersatz des momentanen Rohölverbrauchs durch ein organisches Ersatzprodukt ist die weltweite landwirtschaftliche Nutzfläche allerdings nicht ausreichend.

 

17. Mengenregulierungen von landw. Produkten (Milch, Fleisch) sichern die Existenz vieler Betriebe.

Krisen durch niedrige Erzeugerpreise zeigen, dass die Landwirte zunehmend von den Mechanismen des Marktes abhängig sind und damit von Angebot und Nachfrage. Niedrige Preise zwingen Landwirte zu Effizienzsteigerungen und immer günstigere Produktion, die zu Lasten von Tieren und auch von der Familie gehen können. Letztendlich kann dann der Preis nur durch die Aufgabe von Betrieben und durch die entsprechend geringeren Mengen wieder erhöht werden. Mengenregulierungen können höhere Preise erwirken und dadurch auch die Strukturwandelspirale etwas bremsen.

 

18. Technischer Fortschritt ermöglicht Effizienzsteigerung.

Durch technischen Fortschritt kann günstiger und effizienter produziert werden. Dadurch können zunächst Gewinne von Betrieben verbessert werden, so lange nicht alle Betriebe diesen technischen Fortschritt nutzen. Dahinter steckt die Tretmühlentheorie1 .

 

19. 100% ökologische Landwirtschaft ist nur durch Abschottung vom Weltmarkt möglich.

Eine ökologische Landwirtschaft ist aktuell vor allem aufgrund der höheren Beihilfen durch den Staat konkurrenzfähig. Die Erträge auf den Flächen sind aktuell noch geringer als in der konventionellen Landwirtschaft. Deshalb können ökologisch wirtschaftende Landwirte auf einem globalen Markt nicht konkurrenzfähig wirtschaften, da der Ökolandbau nicht überall auf der Erde den hohen Stellenwert hat, wie bei uns. Vor Allem in ärmeren Ländern hat die Nahrungssicherung noch Priorität vor gewissen Erzeugungsstandards, wie dem ökologischen Landbau.

 

20. Ein Baustein einer zukunftsfähigen Landwirtschaft ist Gentechnik.

Die Gentechnik ist eine neue Technologie, die in der Züchtung angewandt werden kann. Dabei werden artfremde Gene in eine Pflanze eingezüchtet um diese in irgendeiner Form zu verbessern. Ob Gentechnik weiterhilft ist sicherlich abhängig von der Art der Gentechnik und auch von den regionalen Gegebenheiten. Dazu bedarf es einer genauen Prüfung. Gerade auf schwachen Standorten und unter schwierigen Bedingungen können Lösungen der Gentechnik stärker helfen als in Hochertragsregionen, wie bei uns in Westeuropa.

 

1"Tretmühlentheorem" nach Willard Cochrane: Ein Landwirt ist bemüht sein Einkommen durch technischen Fortschritt zu erhöhen. Ein Einzellandwirt kann diese Strategie erfolgreich umsetzten, aber wenn alle Landwirte diese Strategie verfolgen, kommt es zu

  • einer Ausweitung des Angebots auf den Agrarmärkten
  • Angebotskurve verlagert sich nach rechts
  • Nachfrage bleibt aufgrund des Sättigungsgrades konstant oder steigt weniger schnell als das Angebot
  • Preissenkungen

Der einzelne Landwirt steht damit in einer Tretmühle: er kann seine Situation verbessern, indem er das Rad der Mühle tritt, wenn die anderen das auch tun, verschlechtert sich seine Einkommenslage und er muss noch schneller treten.

(http://www.karteikarte.com/card/697553/was-besagt-das-tretm-hlentheorem-nach-willard-cochrane)

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