„Umweltbewusstsein muss in der Schule gelehrt werden.“

Fünfzehn junge Erwachsene der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) Nordrhein-Westfalen trafen sich im Landtag in Düsseldorf am vergangenen Dienstag mit Minister Johannes Remmel. Der Minister für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen diskutierte mit den Vertretern aus den KLJB-Diözesanverbänden Münster, Paderborn, Aachen und Köln über den Ausbau von erneuerbaren Energien und die Beteiligung von Bürgern in der Politik und Gesetzgebung.

„Verbraucherwissen und Nachhaltigkeitsbewusstsein muss auch in der Schule auf dem Lehrplan stehen“, fordert Minister Remmel. Durch mehr Bildung kann sich auch die Akzeptanz in der Gesellschaft für die Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energie erhöhen. Da die meisten konfliktfreien Flächen bereits verbaut sind, kommen Windkraftanlagen nun näher an die Wohngebiete und damit in die gesellschaftliche Wahrnehmung. Um die Akzeptanz und Beteiligung von Bürgerinnen und Bürger am Ausbau der Windenergie zu beteiligen, fordert Simon Kröger, KLJB-Mitglied aus Dahl, dass über die NRW-Bank bessere Finanzierungsmöglichkeiten für Bürgerwindparks angeboten werden. In Zukunft müsse beim Ausbau der Erneuerbaren Energien noch stärker auf den Dialog zwischen allen Beteiligten und Betroffenen gesetzt werden.

Ein weiteres Thema war die Novellierung des Landesnaturschutzgesetzes, das in landwirtschaftlichen Kreisen und auch bei Junglandwirten nicht nur auf fruchtbaren Boden fällt und kritisch gesehen wird. „Fakt ist, dass 45% der Tiere NRWsausgestorben oder bedroht sind und man etwas unternehmen muss“, begründet Minister Remmel die Anpassung im Naturschutz. Die jungen Landwirte der KLJB fordern ihn auf, dass transparent verhandelt wird und Landwirte nicht pauschal für die Verringerung der biologischen Vielfalt verantwortlich gemacht werden. Grünlandumbruch, eine intensive Nutzung der zur Verfügung stehenden Fläche - „Oftmals sind es vielschichtige wirtschaftliche Zwänge, die Landwirte zu solchen Maßnahmen zwingen“, erklärt Katrin Agethen, Diözesanvorsitzende der KLJB im Erzbistum Paderborn. Für den Naturschutzminister ist vor allem die Umwandlung von Ackerfläche in Bauland ein großes Problem. In einem sind sich Johannes Remmel und die Landjugendlichen einige: Die nordrhein-westfälische Landwirtschaft muss attraktiver werden und darf ihre Vielfältigkeit nicht verlieren.